IPv6

IPv6 ist der Internet-Protokoll-Adressstandard der nächsten Generation, der das IPv4-Protokoll, das heute noch für die Transaktionen der meisten Internetdienste eingesetzt wird, ergänzen und schließlich ablösen soll. Die Ressourcen auf dieser Seite helfen Ihnen, die unterschiedlichen Implementierungen von IPv6 und die Rolle von Verisign zu verstehen.


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Von Content Providern bis zu Betreibern von Netzwerk-Backbones beschäftigen sich die Entscheidungsträger von Unternehmen im gesamten Ökosystem des Internets mit der Frage, wie sie sich am besten auf IPv6 vorbereiten können. Während mehrere Strategien umgesetzt wurden, um den verfügbaren IPv4-Platz so weit wie möglich auszudehnen, ist es in Wahrheit so, dass dieser Platz begrenzt und das Ende seiner Kapazität bald erreicht ist.

Verisign hat sich selbst an die Spitze der Kurve gesetzt, indem es IPv6 in die Unternehmensinfrastruktur integriert hat. Wir haben bereits sichergestellt, dass die Zonen des Domainnamenssystem (DNS), die für die Funktion des Internets unverzichtbar sind, auf IPv6 vorbereitet sind.

Es gibt vier Ansätze, um sich in Richtung eines nativen IPv6 zu bewegen:

  • Ausbau von parallelen IPv4- und IPv6-Netzwerken
  • Dual-Stacking
  • Tunneling
  • Ausführung von Netzwerkadressen-Übersetzungen (NATs)

Die Entscheidung, welche Strategie umgesetzt werden soll, hängt von die Prioritäten des Unternehmens ab, doch viele Unternehmen, einschließlich Verisign, haben sich für das Dual-Stacking entschieden. Nach dem Verständnis von Verisign versteht man unter einer Dual Stack IPv6 eine Implementierung, die über ein- und dasselbe Gerät auf Anfragen über IPv4- und IPv6-Netzwerke antworten kann. Das Dual-Stacking reduziert den Bedarf für redundante Geräte, ist progressiv und besser zu überwachen. Lesen Sie mehr über diese strategischen Ansätze im Whitepaper Übergang zu IPv6: Verisigns Einblicke

IPv6 - Häufig gestellte Fragen

Nachstehend einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema IPv6-Übergang.

IPv6 ist der Internet-Protokoll-Standard der nächsten Generation, der das IPv4-Protokoll, das heute noch für die Transaktionen der meisten Internetdienste eingesetzt wird, ergänzen und schließlich ablösen soll. Auf IPv6 vorbereitet zu sein, ist von zunehmender Dringlichkeit, da die Reserven der Internetinstitution Internet Assigned Numbers Authority (IANA) an verfügbaren IPv4-Adressen bereits erschöpft sind.

Angesichts des 32-Bit-IPv4-Adressraums ist die Gesamtanzahl der IP-Adressen auf ca. 4,3 Milliarden begrenzt – eine Menge, von der in der Epoche der Entwicklung von IPv4 während der frühen 1980iger Jahre noch angenommen wurde, dass sie mehr als ausreichend sein würde. In einer Welt von weit über einer Milliarde Internetnutzern und buchstäblich mehreren Milliarden Geräten mit Internetanschluss hat sich der verfügbare IPv4-Adressraum jedoch als unzureichend erwiesen.

IPv6 löst diese Adressenknappheit durch Verwendung der 128-Bit-Schreibweise und stellt damit eine drastisch vergrößerte Anzahl von Adressen zur Verfügung (die tatsächliche Anzahl wird auf 2 hoch 128 oder "340 Trillionen Trillionen Trillionen" beziffert- und damit weit mehr, als in den kommenden Jahrzehnten vermutlich für das Internet benötigt werden). Während die technischen Grundlagen von IPv6 in der Community für die Entwicklung von Internet-Standards bereits fest etabliert sind, bleibt noch erhebliche Arbeit zu leisten, um IPv6 zu verbreiten, kontinuierlich zu verfeinern, die Koexistenz mit IPv4 in der Übergangsphase zu gewährleisten und eine Plattform für weiteres Wachstum und Innovation im Internet aufzubauen.

IPv6 wird das Wachstum und die weitere Entwicklung des Internet noch beschleunigen. IPv6 wird auch die Erwartungen, die heutige Benutzer in Bezug auf Sicherheit, Stabilität und Wachstum an das Internet stellen, nicht enttäuschen. IPv6 zielt auf die Errichtung einer dichter verbundenen Infrastruktur ab - mit dem ultimativen Anspruch, das Vertrauen der Nutzer ins Internet zu stärken.

IPv5 war ein experimentelles Streaming-Audio-/Video-Protokoll mit dem Namen "Internet-Streaming-Protokoll" und geht auf das Jahr 1979 zurück. Es wurde von einer Gruppe von Technologen für die Übertragung von Video- und Audioinhalten sowie Simulationen über Internet entwickelt, blieb jedoch mehr oder weniger in den Anfängen stecken. Ungeachtet seiner Popularität erhielt das Protokoll die Bezeichnung IPv5. Infolgedessen stand dieser Name für die nächste Internetprotokoll-Generation nicht zur Verfügung, die daher den Namen IPv6 erhielt.

Nach Gartner werden die Kosten für die Umstellung der IT-Umgebung eines typischen Unternehmens von IPv4 auf IPv6 auf ca. 6 % seines jährlichen IT-Budgets geschätzt. Die laufenden Kosten im Anschluss an die Umstellung belaufen sich in den Folgejahren auf etwa 1 % des IT-Budgets im Vergleich zu denjenigen, die entstehen würden, wenn das Unternehmen weiterhin mit IPv4 arbeiten würde. Die einfachen Einrichtungskosten für eine IPv6-Internetpräsenz sind bescheidener und liegen für ein typisches Internetportal bei rund USD 500.000, mit laufenden Kosten in Höhe von etwa 10 % dieses Betrags.

Aus der Einführung von IPv6 werden den Netzwerkbetreibern neue Schwachstellen erwachsen. So wird das Internet beispielsweise mehr Übersetzungsgeräte aufweisen, die zur Zielscheibe von Distributed-Denial-of-Service-Angriffen werden oder einzelne Fehlerquellen darstellen können. Außerdem verlieren die Muster des Internet-Datenverkehrs zusehends an Transparenz für die Netzwerkbetreiber, für die es schwerer wird, Bedrohungen wie Botnets ausfindig zu machen.

Nach Gartner sind zwar die Sicherheitsfunktionen bei IPv6 mit denjenigen von IPv4 vergleichbar, doch wird nicht nur die Unterstützung für IPv6 durch Sicherheitsprodukte und -dienstleistungen lediglich unvollständig gewährleistet, sondern die Sicherheit von IPv6 hat auch ihre Bewährungsprobe "im Feld" noch nicht bestanden. Beim Test traten bei IPv6-Implementierungen (z. B. dem IPv6-Stack im Windows-Betriebssystem) Schwachstellen zutage, die bei IPv4-Systemen nicht existierten. Mit stärkerer Verbreitung des IPv6-Protokolls werden die Implementierungen Angriffen ausgesetzt sein, die mit Sicherheit weitere Tag-Null-Verletzlichkeiten ans Licht bringen werden. Daher stellt die Implementierung von Anwendungen mit IPv6 auf kurze Sicht ein höheres Sicherheitsrisiko dar, als dies mit IPv4 der Fall gewesen wäre.

Nach Gartner wird IPv6 von Organisationen implementiert werden müssen, die in den nächsten drei bis fünf Jahren viele Millionen neuer öffentlicher IP-Adressen brauchen. Diese Gruppe umfasst ISPs mit expandierender Kundenbasis, vor allem in den Emerging Markets, bei Providern von Kabel-TV und Mobilfunkbetreibern mit wachsenden Smartphone- und Voiceover-IP-Populationen. Gartner empfiehlt Organisationen aller Kategorien die Errichtung einer IPv6-Präsenz. Das Timing hierfür wird davon abhängig sein, wie wichtig es dem Unternehmen ist, die wachsende Anzahl von IPv6-Endgeräten im Internet zu erreichen. Für die meisten Unternehmen trifft dies spätestens 2014 zu. Organisationen mit Geschäftsmodellen, die weitgehend vom Erreichen eines breiten Internet-Publikums abhängig sind, vor allem auf den Emerging Markets und im Bereich der Mobilfunknutzer, sollten eine IPv6-Internetpräsenz bereits etabliert haben.

Heute sind viele Netzwerke, Dienste und Produkte noch nicht für IPv6 bereit, d.h. sie sind nur für IPv4-Adressen erreichbar. Auf diese Netzwerke und Internetseiten hat die noch kleine Gemeinschaft der IPv6-Nutzer keinen Zugriff. Die Netzwerkbetreiber müssen in neue Hardware und Software investieren, mit denen die IPv6-Adressen ihre Netzwerke und Internetseiten erreichen können. Diese Umstellung wird jedoch Zeit in Anspruch nehmen und signifikante Kosten verursachen. Daher ziehen es viele vor, abzuwarten und die Dinge auf sich zukommen zu lassen, bevor sie diesen Schritt in Angriff nehmen. Mit den auslaufenden Reserven an IPv4-Adressen und wachsendem IPv6-Datenverkehrsaufkommen wird es dringlicher werden, infrastrukturelle Aktualisierungen auf IPv6 durchzuführen und damit potenzielle Kundenservice- und Ertragsverluste abzublocken, die durch den Ausschluss von IPv6-Benutzern drohen könnten.

Viele Geräte, die in den letzten fünf Jahren gebaut wurden, unterstützen sowohl IPv4 als auch IPv6 und werden aller Wahrscheinlichkeit nach von den Problemen einer zweigleisigen v4/v6-Umgebung verschont bleiben, die mit stärkerer Unterstützung für IPv6 parallel zu ihrer v4-Infrastruktur zu erwarten sind. Mit der großflächigen Verbreitung des IPv6-Protokolls werden Benutzer mit älteren Geräten und Hardware, die nur Unterstützung für IPv4 bietet, jedoch kaum in der Lage sein, auf Ziele zuzugreifen, die ausschließlich von IPv6-Netzwerken unterstützt werden.