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Social Media statt eigener Website?

22-Jun-2012

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 23,2 Millionen aktive Facebook-Nutzer. Bis auf ein paar kleine Schwankungen hat Facebook in den ersten Monaten des Jahres 2012 knapp eine Million neue Teilnehmer angezogen. Viele unternehmungslustige Jung-Gründer überlegen sich daher, ob die Präsenz in den Social Media statt einer eigenen Website nicht genügt, um ihre Idee im Internet angemessen zu präsentieren.

Und warum auch nicht, schließlich deutet vieles darauf hin, dass auf Social Media-Plattformen wie Facebook mehr Kundenaktivitäten stattfinden, als sonst im Netz. Mittlerweile werden einige Facebook-Fanpages von großen Consumer-Brands von ihren Kunden viel häufiger „geliket“, als die Website des Unternehmens angeklickt.

Wie linke und rechte Hirnhälfte

Keine Frage: Social Media sind eine wertvolle und moderne Ergänzung eines Markenauftritts im Internet. Eine Alternative sind sie jedoch nicht. Viele Unternehmer, die sich auf eine Facebook-Page alleine beschränkten, sind mittlerweile zurückgerudert.

Denn die einseitige Konzentration auf die Social Media-Sphäre birgt Risiken:

  • Zwar ist die Facebook-Gemeinde in Deutschland bereits auf über 23 Millionen Freunde angewachsen. Doch das ist nicht mal die Hälfte aller Deutschen, die online sind (rund 50 Millionen). Über die Hälfte der Internetnutzer werden von einem reinen Facebook-Firmen-Auftritt nicht erreicht. Bei anderen Social-Netzwerken ist der Unterschied noch viel gravierender.
  • Hinter Social Media-Networks und Apps stehen große Unternehmen wie Facebook, Apple oder Google. Im Grunde mietet man nur einen Stellplatz bei ihnen – zu ihren Bedingungen.  Und diese – die AGBs – ändern sich häufig. Das muss man im Blick behalten.
  • Man ist abhängig von den technischen Möglichkeiten der Plattform. Das schränkt leider auch die Möglichkeiten in Sachen Corporate Design stark ein. Im Grund folgen alle Unternehmensseiten nach dem gleichen Baukastenprinzip und unterscheiden sich wie Reihenhäuser in einer Neubausiedlung.
  • Charmant an einem Social-Only-Auftritt sind natürlich die niedrigen Einstiegskosten – im Vergleich zu einer toll gestalteten Website. Doch das Verhältnis gleicht sich im Lauf der Zeit wieder aus. Denn damit eine Fanpage funktioniert, muss sie fortlaufend neue, attraktive Inhalte aufbieten. Und die kosten auch Geld.

Wie linke und rechte Hirnhälfte

Im Grund macht es überhaupt keinen Sinn, Social-Media und eigene Websites gegeneinander auszuspielen. Ebenso gut könnte man Äpfel mit Birnen vergleichen. Oder die linke mit der rechten Hälfte des Hirns. Warum?

Auf eine Website geht ein Kunde, um sich über ein Produkt oder einen Service zu informieren. Journalisten suchen nach Recherchequellen. Lieferanten nach Änderungen und Neuigkeiten. Kurz: Auf einer Website erwartet der Besucher Daten, Zahlen, Fakten. Auf Facebook oder Google Plus wollen sie sich hingegen austauschen, kommentieren, amüsieren, Beziehungen knüpfen, Empfehlungen folgen etc. pp.

Infos auf der eigenen Website, Beziehungen auf der Fanpage – für einen runden Internetauftritt einer Geschäftsidee ist beides notwendig. Der Buzz in den Social Media erhöht die Relevanz der Informationen auf der eigenen Website. Diese stellt aber noch immer die Visitenkarte einer Marke im Internet dar. Daher sollte die Frage nie entweder/oder lauten, sondern: wie bringt man beides möglichst effizient zusammen, um dem Kunden einen möglichst einheitliches Markenerlebnis zu bieten.